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Hungerstreik. Tag 21. Logbuch 2.

Von: Jeovany Jimenez Vega

Heute ist die dritte Woche vergangen, seit ich meinen Hungerstreik begonnen habe. Die Tage waren gekennzeichnet durch absolutes Schweigen seitens der kubanischen Regierung und der Funktionäre des Gesundheitsministeriums (MINSAP). Bis heute hat sich absolut niemand von irgendeiner Institution der Regierung oder vom Gesundheitsministerium öffentlich geäußert oder ist auf mich zugegangen, um sich meines Falles anzunehmen, weder bezüglich des Hungerstreiks an sich, noch um sich wenigstens menschlich nach meinem Gesundheitszustand zu erkundigen.

Überhaupt nichts davon überrascht mich. In der Tat habe ich von den Institutionen und Funktionären, die uns seit 5 Jahren ignorieren, kein anderes Verhalten erwartet. Es war genau genau dieses Schweigen und diese Gleichgültigkeit der Institutionen, die mich bis hierher gebracht haben. Mehr als 70 Dokumente, persönlich eingereicht in bei den zentralen politischen Körperschaften und bei der Regierung, alle ohne Antwort, 5 Jahre lang, so belegen sie es. Das alles erklärt, warum ich mich am Ende für den Hungerstreik entschieden habe, als letztes Mittel um unsere Rechte zu fordern. Jeden Tag, die ganze Woche über, haben mich Anrufe von Radiosendern verschiedener Länder erreicht, die interessiert an dem Verlauf des Streiks sind und die Wahrheit über diesen Fall verbreiten. Am Samstag, den 24.3. habe ich Besuch von Emiliano Bos erhalten, ein italienischer Journalist, der wegen dem Papstbesuch Benedikt des XVI in Havanna akkreditiert war, dem ich ein Interview für den schweitzer Radiosender RSI gab, der in einem großen Teil Europas gehört wird. Am Freitag, den 23.3. um 17 Uhr wurde ich enttäuscht, als ich umsonst auf die Übertragung eines Interviews in der Nachrichtensendung ArTV des Bildungskanals gewartet habe, das ich am Montag dem 19.3.dem regionalen Kanal gegeben hatte und bei dem mir versichert wurde, dass es übertragen würde. Das ist ein Beweisstück dafür, dass sich die Zensur immer durchsetzt, dass sie nicht den Mut haben, eine Wahrheit so zu publizieren, wie sie ist und dass alles nur eine Schwindel war, um die Aussagen im passenden Moment aus dem Kontext gerissen zu missbrauchen, weil sie nicht in anderer Weise zu handeln wissen. Mit jedem Tag, den die kubanischen Machthaber und das Gesundheitsministerium entscheiden, dieses fingierte Schweigen fortzusetzen, erreichen sie nur, dass sie immer mehr in den Schlamm versinken. Wenn sie den nötigen Mut finden, das Schweigen zu brechen, gibt es für sie nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie erkennen mit Demut, dass alles von Anfang an ein Fehler war und ermöglichen uns, wieder unsere Arbeit aufzunehmen und mich  in der Spezialisierung der Inneren Medizin wieder zu integrieren, – was ich für fern aber möglich halte und was für sie das einzig Vernünftige und Intelligente wäre -, oder sie können auf die unhaltbare Lüge, die sie seit 2006 verbreiten, bestehen. Im zweiten Fall wäre es für sie angebracht, schon jetzt mit einem Toten mehr auf ihrem Konto zu rechnen und sich mit viel Vorsicht darauf vorzubereiten, der Welt zu erklären, wie jener junge militante Kommunist von 2006, der nichts anderes getan hat, als Medizin zu studieren und sie mit Liebe auszuüben, der keine Vorbestrafungen hat und nicht einmal administrative Sanktionen, die dem vorausgegangen sind, der dann sich selbst vor die Herausforderung stellte, eine der schwersten und umfassendsten Spezialisierungen zu absolvieren, was ihm, wie berichtet, nicht erlaubt wurde, wie dieser junge Mensch zu diesem verdammenswerten Wesen wurde, was sie in ihrem verzweifelten Versuch, ein Verbrechen zu rechtfertigen, erfinden werden; – Auch wenn sie der menschliche Schmerz, den sie dadurch verursachen, nicht interessiert, denn was macht am Ende schon ein Streifen mehr auf dem Fell des Tigers?

Weitere Informationen erhältlich über mein Handy:+5358200251, Festnetz:362086 (Artemisa) oder über Alfredo Felipe Valdés, Sprecher dieses Falles, in Málaga/Spanien im Exil (Handy: 627222638). Außerdem werde ich über Twitter berichten: DrJVega.

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Der Arzt Dr. Jeovany Jimenes Vega verkündet seinen Hungerstreik.

5. März 2012

Heute Nachmittag um 1:30 Uhr habe ich dem Gesundheitsministerium ein Dokument übergeben, dass an den Minister Dr. Roberto Morales Ojeda adressiert ist und in dem ich erkläre, dass ich ab jetzt im Hungerstreik bin, bis zu meinem Tod, wenn folgende Bedingungen nicht erfüllt werden.

Ich fordere:

  1. dass die Resolutionen 248 und 249 des Ministeriums vom 27 September 2006 aufgehoben werden, die mir und meinem Kollegen Rodolfa Martínez Vigoa die Ausübung unseres Berufes als Mediziner in Kuba für unbestimmte Zeit verbietet.
  2. dass die Resolution 14-06 vom 25. April 2006 aufgehoben wird, die mich in meinem letzten Studienjahr willkürlich von meiner Spezialisierung in der inneren Medizin suspendierte.
  3. dass Dr. Alfredo Felipe Valdés, kubanischer Staatsbürger im Exil in Málaga/ Spanien, seinen Universitätsabschluss ausgehändigt bekommt, ordnungsgemäß amtlich bestätigt vom Außenministerium Kubas, so wie es zwischen den Regierungen von Kuba und Spanien 2010 im Zuge der Aufnahme der Häftlinge von 2003 als politischen Flüchtlinge, vereinbart wurde, aber bis heute nicht erfüllt wurde.

Ich erkläre hiermit, dass ich mich im vollen Besitz meiner geistigen Fähigkeiten und in einem guten Gesundheitszustand in den Hungerstreik begebe, ohne jegliche organischen Probleme, die in den nächsten 3 oder 4 Monaten meinen Tod verursachen könnten. Deswegen mache ich das Gesundheitsministerium, die Kommunistische Partei und die kubanische Regierung verantwortlich für meinen Tod und die Konsequenzen, die sich aus meiner Handlung ergeben, nachdem ich absolut alle zivilisierten Möglichkeiten ausgeschöpft habe, die mir als normaler Bürger zur Verfügung standen. Dies ist eine Entscheidung, mit der ich die Souveränität ausübe, die ich über mein Leben habe, als Individuum und als erwachsene Person mit Bewusstsein über den Schritt den ich hiermit mache. Damit wird man keine dritten Personen beschuldigen können, mich in irgendeiner Weise zu diesem Verhalten bewegt zu haben.

Ich werden den Hungerstreik im Park Martí in Guanajay, Kreis Artemisa, durchführen, vor dem Poliklinikum, wo mein letzter Arbeitsplatz war. Ich werde mich nur von diesem Ort entfernen, wenn die Polizei oder die Organe der Saatssicherheit mich festnehmen.

Ich werde über meinen Blog Ciudadano Cero, über Twitter und telefonisch unter +5358200251 darüber informieren.

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